Berufswechsel – ja oder nein? Wie Sie einen klareren Kopf bekommen

11. November 2021, Ansprechpartner*in Jule Siemon, Marketing & Communication

Sie sind unzufrieden in Ihrem Job? Überlegen Sie, sich umzuorientieren? Das wichtigste vor jeder Veränderung ist, genau zu wissen, was man will. Wir möchten Ihnen deshalb ein paar Fragen und Übungen an die Hand geben, die helfen, Klarheit zu schaffen.

Zu Beginn – überhasten Sie nichts, lassen Sie sich einige Wochen Zeit für die folgenden Fragen und gleichen Sie Ihre Perspektive, Einschätzungen und Wünsche nach dieser Zeit nochmals ab.

Schritt 1: Wo stehe ich?

Wir beginnen mit einer genauen Bestandsaufnahme. Um besser beurteilen zu können, was Sie wirklich verändern möchten und sollten, ist es sinnvoll, zunächst den aktuellen Job unter die Lupe zu nehmen. Damit können Sie erkennen, was Sie motiviert oder auch ausbremst, und dadurch den Veränderungsbedarf und mögliche Stellschrauben besser eingrenzen. Danach folgt die Suche nach einer nachhaltigen Lösung. Und das Tolle ist: Je klarer Sie sich darüber sind, was Sie eigentlich suchen, desto eher werden Sie es auch finden!

Ein paar Fragen, zu denen Sie sich Notizen machen können, sind:

  • Was gefällt Ihnen an Ihrer jetzigen Tätigkeit und was nicht?
  • Wie war das bei Ihren vorherigen Jobs?
  • Entsprechen die Aufgaben Ihren Fähigkeiten?
  • Mögen Sie die Branche, in der Sie arbeiten?
  • Passt die Chemie zwischen Ihnen und den Kolleg*innen?
  • Stimmen die Arbeitsbedingungen drum herum?
  • Sind Sie mit dem Gehalt zufrieden?
  • Haben Sie die passende Position?
  • Leben Sie Ihre Werte und können Sie diese in Ihre Tätigkeit einbringen?

Diese Fragen helfen Ihnen, sich über den konkreten Veränderungsbedarf klarer zu werden.

Schritt 2: Was kann ich richtig gut?

Jeder hat Talente. Manche Menschen kennen ihre Stärken genau, andere sind sich darüber eher unsicher. Wer seine Stärken und Talente kennt, kann diese im Job erfolgreich einsetzen, was für alle Beteiligten bereichernd ist. Etwas, das Sie nutzen können, um Ihren Stärken auf die Schliche zu kommen, ist die Reflected Best Self-Methode. Das ist eine Übung, die von Robert Quinn und Kolleg*innen im Center for Positive Organizational Scholarship entwickelt wurde: Wählen Sie fünf Menschen aus Ihrem Freundes-, Bekannten-, Kolleg*innen-oder Familienkreis. Bitten Sie diese Menschen, Ihnen Ihre Stärken und konkrete Beispiele zu nennen, die Ihre Stärken veranschaulichen. Was sind Momente, Aufgaben, Situationen, in denen Sie aus der Sicht Ihres Umfeldes Ihr „bestes Selbst“ zeigen und zur Höchstform auflaufen?
Sortieren Sie die Antworten – erkennen Sie Muster oderwiederkehrende Antworten? Notieren Sie sich diese und erstellen sich so ein Stärkenprofil.

Eine weitere Methode ist die Storytelling-Methode. Schreiben Sie hierzu eine Situation auf, bei der Sie eine kleinere oder größere Herausforderung gemeistert haben, die Ihnen besonders viel Spaß gemacht hat und bei der Sie sich im Anschluss richtig zufrieden und erfüllt gefühlt haben. Lesen Sie Ihre Geschichte durch und notieren Sie sich die Fähigkeiten, die Sie in Ihrer Geschichte an sich erkennen. Welche Eigenschaften haben besonders dazu beigetragen, dass Sie die Herausforderung gemeistert haben?

Schritt 3: Kann ich meine Fähigkeiten richtig einsetzen?

Nachdem Sie sich Klarheit über Ihre Stärken verschafft haben, geht es nun darum, die dazu passende Aufgabe zu finden. Betrachten Sie die Aufgaben, die Sie in Ihrer aktuellen Tätigkeit ausüben und überlegen Sie, welche Ihrer Stärken Sie bei diesen einsetzen können.

Wie sieht das Ergebnis aus? Können Sie Ihre Stärken vollkommen, nur teilweise oder sogar gar nicht in Ihrem aktuellen Job einsetzen? Überlegen Sie hier weiter:

  • Was bedeutet das für Ihre jetzige Tätigkeit?
  • Bei welchen Aufgaben könnten Ihre Fähigkeiten ideal zum Tragen kommen?
  • Von welchen Aufgaben sollten Sie sich besser trennen?

Nicht alles, was man gut kann, macht man auch gerne. Notieren Sie sich deshalb von Ihren Stärken zum Schluss die fünf, die Sie beruflich einsetzen möchten.

Schritt 4: Was sind meine Interessen?

Eine schöne Übung hierfür ist die Himmel und Hölle-Übung. Malen Sie sich dafür den für Sie furchtbarsten Job in allen Details aus und notieren Sie diese Fantasie (Arbeitsweg, Arbeitsplatz, Arbeitsinhalte, Kolleg*innen, Führungskräfte, Bezahlung und und und). Anschließend notieren Sie ebenso detailreich den allerschönsten Job. Danach sollten Sie ein klareres Bild vor Augen haben, was Sie wirklich wollen.
Wie eben schon erwähnt, gehören auch die Menschen, mit denen man arbeitet, und das Arbeitsklima zu wichtigen Faktoren. Haben Sie ein besonderes Augenmerk auf Ihre Himmel und Hölle-Vorstellungen in diesem Bereich und gleichen Sie auch diese Punkte mit Ihrer jetzigen Tätigkeit ab.

  • Stellen Sie sich außerdem die Frage: Gibt es bestimmte Themen, mit denen Sie sich beschäftigen wollen, oder Branchen, die zu Ihren Werten passen?
  • Wenn ja, welche sind das?

Schritt 5: Wie viel möchte ich verdienen?

Abschließend geben wir Ihnen noch ein paar Fragen an die Hand, die Ihnen bei der finanziellen Bewertung möglicher Berufswege helfen können:

  • Welche Position streben Sie kurz-, mittel- und langfristig an?
  • Was ist das absolute finanzielle Minimum?
  • Angenommen, Ihr Traumjob fällt Ihnen vor die Füße, welches finanzielle Minimum wäre auf Dauer akzeptabel?
  • Ab welcher Summe wären Sie mehr als zufrieden?

Machen Sie sich auch hier wieder Notizen, inwiefern Sie in Bezug auf Ihr Gehalt in Ihrer jetzigen Tätigkeit zufrieden sind oder nicht.

Sie haben jetzt intensiv über sich und Ihre Stärken nachgedacht, abgewogen und Ihre Wünsche definiert. Sie wissen nun besser, was Sie können und was Sie wollen. Überlegen Sie abschließend, ob es jetzt Punkte gibt, die Sie ganz konkret verändern möchten?

Ja? Dann tun Sie das!

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