{"id":936,"date":"2021-11-10T10:35:58","date_gmt":"2021-11-10T09:35:58","guid":{"rendered":"http:\/\/eligo.kleindaten.org\/de\/?p=936"},"modified":"2022-06-07T13:52:18","modified_gmt":"2022-06-07T11:52:18","slug":"der-fuehrmint-gender-decoder-stellenanzeigen-gender-fair-verfassen-und-moeglichst-viele-bewerberinnen-ansprechen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eligo.de\/de\/2021\/11\/der-fuehrmint-gender-decoder-stellenanzeigen-gender-fair-verfassen-und-moeglichst-viele-bewerberinnen-ansprechen\/","title":{"rendered":"Der F\u00fchrMINT Gender Decoder \u2013 Stellenanzeigen gender-fair verfassen und m\u00f6glichst viele Bewerber*innen ansprechen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-1929\" src=\"https:\/\/eligo.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2021\/11\/adobestock-551017320-3.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/eligo.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2021\/11\/adobestock-551017320-3.jpg 500w, https:\/\/eligo.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2021\/11\/adobestock-551017320-3-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/>\u201ePasst dieser Job zu mir? Kann ich die Anforderungen erf\u00fcllen?\u201c Diese Fragen stellen sich viele Jobsuchende, wenn sie eine Stellenanzeige lesen. Wie sie f\u00fcr sich diese Fragen beantworten, h\u00e4ngt auch davon ab, welche Worte die Aufgaben und Erwartungen beschreiben. Je nach Formulierung kann das Jobangebot Menschen mit m\u00e4nnlicher Geschlechtsidentit\u00e4t mehr ansprechen als Menschen mit einer weiblichen. \u201eWozu soll ich mich dort \u00fcberhaupt bewerben?\u201c, denken einige Bewerberinnen. Sie identifizieren sich durch die gew\u00e4hlten Beschreibungen weniger mit dem Unternehmen und f\u00fchlen sich weniger best\u00e4tigt, sich zu bewerben. Das alles l\u00e4uft zudem \u00fcberwiegend unterbewusst ab. Die Art und Weise, wie Bewerber*innen in den Stellenanzeigen angesprochen werden beeinflusst also ihre Intention, sich zu bewerben oder nicht.<\/p>\n<p>Der von der TU M\u00fcnchen entwickelte <strong>F\u00fchrMINT Gender Decoder<\/strong> kann dabei unterst\u00fctzen, solche Gendereffekte in Stellenanzeigen zu erkennen und zu verringern. Das Online-Tool \u00fcberpr\u00fcft Stellenanzeigen nach agentischen (stereotyp m\u00e4nnlichen) und kommunalen (stereotyp weiblichen) Formulierungen. Gleichzeitig meldet es zur\u00fcck, wie genderspezifisch eine Stellenanzeige wahrgenommen wird.<\/p>\n<p>Klingt erstmal abstrakt, machen wir es konkret: Wen stellen Sie sich vor, wenn Sie \u201eambitionierte Weiterentwicklung\u201c oder \u201eausgepr\u00e4gte Leistungs- und Wettbewerbsorientierung\u201c lesen? All diese Ausdr\u00fccke bewertet der Genderdecoder als stereotypisch m\u00e4nnlich. Damit sinkt die Frauenbewerberquote. Wenn aber in einer Anzeige die Worte \u201eumsichtige Unterst\u00fctzung\u201c, \u201everantwortungsvoller Umgang mit Aufgaben\u201c oder \u201eCommitment f\u00fcr Unternehmensziele\u201c stehen, bleiben alle Bewerber*innen gleicherma\u00dfen interessiert.<\/p>\n<p>Nun ist dabei wichtig zu wissen: Menschen mit m\u00e4nnlicher Geschlechtsidentit\u00e4t sind an stereotyp weiblichen geschriebenen Anzeigen genauso interessiert wie an stereotyp m\u00e4nnlichen. Das Forschungsteam, das den Gender Decoder entwickelt hat, sagt dazu: \u201eEmpirischen Studien zufolge (z. B. Gaucher et al., 2011, Hentschel et al., 2018) spricht diese [stereotyp m\u00e4nnliche] Wortwahl eher M\u00e4nner als Frauen an und kann Frauen davon abhalten, sich zu bewerben.\u201c<\/p>\n<p>Wir wollten es nat\u00fcrlich selbst wissen und haben unsere <a href=\"https:\/\/eligo.de\/de\/karriere\/#stellenangebote\">aktuellen Stellenanzeigen<\/a> vom Gender Decoder analysieren lassen. Das Ergebnis: Unsere Stellenanzeigen sind alle \u00fcberwiegend \u201eweiblich formuliert\u201c. Laut Laura Stelzer, unserer Kollegin aus dem Career-Team ist die Frauenquote bei ELIGO mit 67% relativ hoch. Aber es gibt auch bei uns die typischen Frauen- und M\u00e4nnerdom\u00e4nen. Daran m\u00f6chten wir zuk\u00fcnftig noch arbeiten und werden dabei sicherlich auch auf den Gender Decoder zur\u00fcckgreifen. Die ersten beiden Frauen sind in der \u201eM\u00e4nnerdom\u00e4ne IT\u201c bereits schon angekommen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1934 size-full\" src=\"https:\/\/eligo.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2021\/11\/2-1.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"667\" srcset=\"https:\/\/eligo.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2021\/11\/2-1.jpg 1000w, https:\/\/eligo.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2021\/11\/2-1-800x534.jpg 800w, https:\/\/eligo.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2021\/11\/2-1-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/p>\n<p>Vielleicht haben wir Sie angeregt, den Gender Decoder auch einmal auszuprobieren? Nat\u00fcrlich ist die <strong>gender-faire Sprache<\/strong> in Stellenanzeigen nur ein Teil der <strong>Chancengleichheit<\/strong> in der Arbeitswelt. Sie muss sich zudem in der Kultur des Unternehmens widerspiegeln, sonst werden die neuen Mitarbeiter*innen sich im Unternehmen kaum wiederfinden. Aber ein weiterer Schritt ist gemacht und f\u00fcr Sie als Unternehmen bedeutet dies, eine gr\u00f6\u00dfere Auswahl an Bewerber*innen. Nutzen Sie die Chance unter Einsatz dieses Tools mehr Bewerberinnen auch f\u00fcr die m\u00e4nnlich dominierten Jobs und Stellen zu bekommen.<\/p>\n<p>Klingt doch gut, oder? Unten geht es direkt zum Gender Decoder. Dar\u00fcber hinaus listet das Tool hier alle Worte nach Kategorie transparent auf. Beispielhafte Stellenanzeigen k\u00f6nnen Sie <a href=\"https:\/\/www.msl.mgt.tum.de\/rm\/third-party-funded-projects\/projekt-fuehrmint\/gender-decoder\/beispielanzeigen\/\">hier<\/a> anschauen.<\/p>\n<a href=\"https:\/\/genderdecoder.wi.tum.de\/\" class=\"btn btn-green btn-default\">Zum Genderdecoder<\/a>\n<h3>Literatur:<\/h3>\n<p>Gaucher, D. Friesen, J., &amp; Kay, A. C. (2011). Evidence that gendered wording in job advertisements exists and sustains gender inequality. Journal of Personality and Social Psychology, 101(1), 109-128<\/p>\n<p>Hentschel, T., Braun, S., Peus, C., &amp; Frey, D. (in press). Sounds Like a Fit! Wording in Recruitment Advertisements and Recruiter Gender Affect Women\u2019s Pursuit of Career Development Programs via Anticipated Belongingness. Human Resource Management.<\/p>\n<p>Hentschel, T., Heilman, M. E., &amp; Peus, C. V. (2019). The multiple dimensions of gender stereotypes: A current look at men\u2019s and women\u2019s characterizations of others and themselves. Frontiers in Psychology, 10, 1-19.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.msl.mgt.tum.de\/rm\/third-party-funded-projects\/projekt-fuehrmint\/gender-decoder\/beispielanzeigen\/\">https:\/\/www.msl.mgt.tum.de\/rm\/third-party-funded-projects\/projekt-fuehrmint\/gender-decoder\/beispielanzeigen\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201ePasst dieser Job zu mir? Kann ich die Anforderungen erf\u00fcllen?\u201c Diese Fragen stellen sich viele Jobsuchende, wenn sie eine Stellenanzeige lesen. 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